Dienstag, 30. September 2008

Yoyogi Park

Am Sonntag haben wir uns das verrüchte Tokyo angeschaut. Normalerweise sind Japaner sehr ruhige Menschen, Reaktionen/ Emotionen in der Öffentlichkeit zeigen gilt als Naiv und unreif. (Sämtliches was mit Schlafen zu tun hat, ist davon ausgenommen). Da die Japaner aber auch nur Menschen sind und auch nicht immer nur als Teil einer Gruppe sondern als Individuen in Erscheinung treten möchten, haben diese Leute den Yoyogi Park in Tokyo (Stadtteil Shibuja) als Ihre Residenz erklärt. Hier zeigt jeder was er kann, worauf er gerade Lust hat. Zusammen mit dem japanischen Irrsinn, kommt ein Park voller Spinner, Verrückter und sehr schrägen Leuten zusammen. Der Perfekte Ort für uns.



Ich weiß gar nicht so recht wie ich das Alles beschreiben kann. Muss man hautnah erleben! Die Leute stellen Ihr Können und Talent zur Schau, allerdings vollkommen ohne den Hut davor. Einfach nur, weil es Ihnen Spaß macht, und das Zusachauen macht uns Spaß. Hier geht es von Breakdancen, über Jonglieren, Fächerkunst, Steppen, Häckisäck spielen, tanzen, sich verkleiden, sinnlosen Ramsch auf der Strasse verkaufen, über einfache Musiker, bis hin zu richtig geilen Bands die für Lau auf der Strasse spielen und das als Werbung sehen, bishin zu einer kleinen Berühmtheit, den Elvis Presleys. Hier verkleiden sich die Japaner als 'Der King', hören die alten Lieder und dann tanzen sie. Mit sie meine ich mehrere, bei uns waren es ca 10!






Was mir aber besonders gut gefallen hat waren die vielen Bands. Relativ dicht gedränkt haben die Musikgruppen entlang einer Fussgängerstrasse platziert und um Publikum geworben, das sich auch zu Haufen an den free-music veranstaltungen erfreut hat. Vorwiegend Rock-musik, was mir besonders gefallen hat, und kaum einer englischsprachig. Ausgestattet mit sehr guten Verstärkern und für den nötige Energie ein Notstromaggregat, dass im Hintergrund gebrumt hat, aber von den Bands deutlich übertönt wurde.



Sicherlich hat der ein oder andere schon einmal etwas der deutschen Band Tokyo-Hotel gehört. Hier erkennt man deutlich von wo die Ihren Stil kopiert haben, nur das die hier besser waren. Und das was mich besonders gefreut hat, auch den Mädels hat die Musik zugesagt. Tja und was will man da noch mehr, gute Musik, nette Mädels und ein Leckeres kaltes Bier :)




Dieser junge Japaner hatte eine Marktlücke, selbst in diesem Park, entdeckt. Er hatte einen CD-Spieler um den Hals, mit dem man scrachen kann, dazu geiler Elektrosound, gleichzeitig dazu tanzen und weil ja immer noch ne Hand frei ist, hat er einen Pinsel und ein Farbbrett genommen und im Rhythmus der Musik scratchend, und tanzender/springender Weise ein Bild gemalt. Tierisch geile Show. Anschließend ist er noch mit Spraydosen über das Bild gegangen und hat es dann an die Zuschauer verkauft. Der Andrang war riesig!

Alle weiteren Kuriositäten sind auf meiner picasawebsite zu sehen. Einfach den Link oben rechts benutzen.

Samstag, 27. September 2008

Die Fahrradtour

Heute sind haben wir uns unsere Fahrraäder geschnappt und sind Richtung Norden aufgebrochen, dabei war unser Ziel mal ein wenig Wald oder Grünflächen zu sehen - Mit Erfolg.

Wenn man weiter aus der City raus kommt, dann werden die grundstücke auch ein wenig größer - nicht aber zwangsläufig die Häuser. Dann sind aber meistens Traumhaftschöne Gärten davor. bei ein paar haben wir auch mal über den Gartenzaun geschaut. Sehr Gepflegt!
Beim ziellosen Umherfahren sind wir dann auch an einem eingezäumnten Park vorbeigekommen, an dem das Tor offen stand, also rein. Davor war wildes Getrubel, aber drin war kaum einer, eigentlich niemand, nur wir, und der Park hatte auch recht wenig Bäume, eher Wiese mit einigen Büschen - gehegt und gepflegt sah das hier alles nicht aus. Egal Asphaltierte Strasse und kein Mensch, also immer weiter und uns mal diese sonderliche Art von Natur angeschaut.
Naja, zugegeben ein wenig hatten wir den Verdacht, als dann aber der Militärjeep ankam und ein Soldat uns äußerst deutlich darauf hinwies, dass das Militärgebiet ist und wir nichts verloren hätten, hatten wir dann die Bestätigung. Naja in Nordkorea wäre so ein Zwischenfall sicherlich anders ausgegangen. :D

Roppongi

An diesem Freiag sind wir nach Roppongi gezogen. Das ist das Vergnügungsvirtel und Nachlebenviretel von Tokyo. Angeblich für sämtlichen Geschmak genau das richtige. Für uns war es in erster Linie erst einmal wieder die Skyline, und das Wuseln auf den Straßen. Viele Ausländer gehen hierher und so trifft man auf unterschiedlichstes internationales Publikum.


Nachdem wir als erstes diesen Turm erblickt hatten, wollten wir natürlich unbedingt auch in die oberen Stockwerke, weil man dort sicherlich eine fantastische Aussicht haben kann. Auf dem Weg dorthin hat sich unser Wunsch verstärkt, da eine hervorragende nachtsicht möglich war: (hier ein Panoramafoto)

Tja udn da haben wir 4 sehr nette Mädels kennen gelernt, die auch vergeblich auf dem Turm wollten. Kurzentschlossen nach einen kleinen Plausch sind wir zusammen in eine Bar. neben den Getränken haben die Mädels noch essen bestellt und haben uns eine Delikatesse aufgetüscht. Rohes Pferdefleisch - nach ner halben Flasche Sake probert man alles. War auch echt lecker, als Thüringer schmeckt einem ja rohes Fleisch sowieso und dieses war dazu noch äußerst zart. War ein sehr schöner Abend und wir haben von dem hübschen Mädel unten rechts (Momo) die Einladung, dass sie uns Ihre Heimatstadt Osaka zeigt. Darauf freu ich mich schon :)

Sonntag, 21. September 2008

Die Stadt bei Nacht.

Am Samstag sind wir nach Tokyo gefahren um uns dort den den Kaiserpalast und den dort angelagerten Garten anzusehen. Leider war dieser aus unerklärlichen gründen geschlossen und so sind wir nach Ginza gefahren, das als das Edel - Nobel Viertel gilt. Hier waren wir in dem berühmten Einkaufszentrum Mitsukoshi. Chicker Laden. Leider Sündhaft teuer, aber die Angestelltinnen (fast ausschließlich weiblich) sind so wahnsinnig hübsch und dann gleich so viele... da wird einen als Mann ganz anders - fragt mich nicht was es da zu kaufen gab :)

Nachdem wir diesen Stadtteil abgearbeitet hatten sind wir nach Shinjukugefahren wo die Skyline sehr ausgeprägt ist und es Zwillingstürme gibt, in die man kostenlos in die oerste Etage fahren kann und dort Photos zu machen. Leider waren auch diese geschlossen und so konnten wir nur von unten Photos machen. Der Stadtteil ist aber so beeindruckend, da fehlen einem die Worte.
















Hier sind wir auch total lecker essen gegangen und haben uns für ca 7,5€ den Bauch vollgehauen. Inclusive Nachtisch, und als echter Masch, gibts natürlich Eis.
















Danach sind wir noch ein wenig durch die Stadt gelaufen und haben dort erfahren, das ein Schrein am Sonntag herumgetragen wird. Das ist ein Heiden Spektakel und so sind wir heute am Sonntag noch einmal hin und haben uns das Angeschaut.














Es Schrein ist ein Häuschen, das von den Einheimischen zu Musik rhythmisch getragen wird. Hier sind Reliquien aus alten Zeiten aufbewahrt. Nicht zwangsläufig etwas religiöses. Jedenfalls Mord Spektakel und aus irgendeinen grund waren das zum schluss auch 5 Schreine die dann durch die Strassen getragen wurden und sich vereinigt hatten. 3 Frauen sind vor dem Schrein Vornweg gelaufen. Diese waren im gegensatz zum tristen Wetter sehr farbenfroh angezogen.

Samstag, 20. September 2008

Oktoberfest in Tokyo

Am Freitag (19.09.08) hatten wir beschlossen nach Tokyo zu fahren und dort das Nachtleben kennen mal zu erkunden. Nachtleben beginnt in Japan direkt nach der Arbeit zwischen 18:00 und 19:00 Uhr und geht bis 24:00 Uhr, wobei die meisten Kneipen/Bars [Discos gibt es hier nur für die Ausländer] bis 23:30 geöffnet haben und 23:00 Uhr last order ist. Wir wollten es trotzdem probieren und haben uns zu einer Veranstaltung begeben die - nunja - es war das Oktoberfest in Tokyo :) -> Japanerinen im Dirndl *grins*

Es kam zwar erschwerend hinzu, dass an diesem Wochenende ein Taiphun über Japan hergezogen ist, aber Regen haben wir ja schließlich auch in Deutschland.














Die Stimmung war äußerst ausgelassen. Es war ein großes ca 1000-Mann Zelt aufgebaut und eine Kappelle hat deutsche Musik gespielt. Jedoch auch Lieder wie "Du kannst nicht immer 17 sein" mit Japanischen Text - darauf sind die voll abgefahren. Es gab 2 Biersorten, ein Einheimisches und Löwenbräu und - wie es sich für ein Oktoberfest gehört - auchin Maßgrügen... da die Japaner aber nichts vertragen gab es hier nur halbe Maßgrüge. Nachdem ich mich dann endlich auch mit ner Bratwurst (Import) versorgt hatte udn in die Runde geschaut hatte, stellte ich fest, dass die Japaner wirklich kein Bier vertragen, Cheffs mit Ihrer Abteilung hier waren und nach jeden Lied sich mit beiden Armen übern Kopf in die Hände geschlagen haben *wieso auch immer* und das diese Saubreuß, diese Japanischen natürlich die Weißwurst mit Pelle gegessen haben und dann nachdem mit Messer geschnitten mit Späbchen gegessen :D

Und ehe ich mich versah, kamen 2 Japanerinnen auf uns zu und haben kichernder Weise gefragt ob wir aus Deutschland kämen. Nachdem wir das bejat hatten, kicherten die noch viel mehr. Sie waren 1 Monat in Freiburg und konnten halbwegs deutsch und englisch sprechen und waren wahrscheinlich nur auf dem Fest um deutsche Jungs kennen zu lernen. Sei wies mag - die Chance haben wir am Schopfe gepackt und haben die einheimeische Bevölkerung mal kennen gelernt.














Auf dem Oktoberfest war 21:00 Uhr Last Order und so sind wir noch in eine Bar gegangen in der man sonst als Tourist wahrscheinlich nicht hinein kommt. Keine Stühle, sondern nur Tatami Matten - Schuhe aus und dann ab in die Hocke und vor dem Tisch mit dem abgesägten Tischbeinen hingekutzt. die Mädchen hatten noch eine Freundin dabei und so waren wir 3 Mädchen und 2 Kerle. Die Mädels haben den kellner auch gleich kichernder Weise irgend etrwas bestellt udn ein paar Minuten später war unser Tisch mit Essen gedeckt, jeder seine Stäbchen in der Hand und dann ging das schmausen los. Sehr viel leckere Sachen. Von mit Tintenfisch gefüllte Kroketten, über in dünne Scheiben geschnittener getrockneter Fisch mit Mayonese, Fritiertes Hünchenfleisch, Japanische Würstchen mit französischen Senf, und Hauchdünn geschnittenes gebratenes Schweinefleisch mit Martoffelbällchen.

Wir haben uns dann gegen 23:30 getrennt und die Mädels hatten uns ein Zug nach Hause rausgesucht und so ist dann jeder in seine Richtung gegangen. Sehr Europäisch - Verabschiedung sogar mit Hände schütteln.

Der Zug fuhr nicht ganz an unsere Heimatstation, sodass wir noch ca 4 Km laufen mussten. Es war ja 00:30Uhr immer noch 22°C und so stellte das kein Problem da und dank GPS-Koordinaten und meinem GPS-Handy war auch die Richtung klar. Aber da war noch was... Tja der Taifun! Auf deutsch: extremer Starkregen. Es hat Bindfäden und Blasen gelichzeitig geregnet. Ich hatte zwar meine Regenjacke dabei, aber die hat auch keinen Unterschied gemacht. Nach 2 Minuten waren wir komplett klatsch nass und dann laufen, laufen, laufen... Zuhause angekommen konnte ich das Wasser aus meinen Schuhen ausschütten. Tja, das kommt davon, wenn 2 Jungs von der Klitsche meinen Regen sei Regen. :)

Sonntag, 14. September 2008

Erste Eindrücke

Hallo Ihr Lieben. Nun ist es soweit und ich habe es auch zu meinen eigenen Blog geschafft. Ein Blog? -> Das ist sowas wie ein Onlinetagebuch.

Meine Reise begann am 11. September in Berlin. Der Flug ging von Berlin nach München, dort hatte ich 1,5 Stunden Aufenthalt und dann ging es weiter nach Tokyo. Nachdem die Zollformulare ausgefüllt waren, wurde ich von Mathias - einen Praktikanten von Bosch - der zufälligerweise auch aus Thüringen stammte, abgeholt und es ging direkt zu unserem Hostel. Wir wohnen in Funabashi, einer Vorstadt von Tokyo. Es ist ca. 20km von Tokyo entfernt, aber die Grenzen sind hier so fließend, dass man nur eine einzige riesige Stadt mit bekommt... Es ist gigantisch :)
















Ich wohne im "Happy-House" und das ist nicht, wie der Name vermuten lässt, ein Stundenhotel, sondern ein Hostel, wo auf jeder Etage 4 Einzelzimmer mit gemeinsamen Bad und Küche sind. Oben auf dem Bild ist es zu sehen und die Praktikanten von Bosch wohnen in der unteren Etage.

















Mein Zimmer ist 6 Reismatten groß (ca. 10m²) und hat wie auf dem Foto zu sehen ist ein gemütliches Futon-Bett, ein Schrank, der in der Wand eingelassen ist, ein PC-Tisch und ein Regal. Zudem neben Tür und Fenster auch eine Klimaanlage ohne die man hier sterben würde. Es sind ca 25°C, aber Luftfeuchtigkeit wie in den Tropen. Ein sehr unangenehmes Klima, wobei zudem die Luft auch sehr eigenartig riecht. Zum einen kann man gar nichts riechen, weil die Nase irgendwie verklebt ist, zudem riecht es nach allem andern auch, nach Abgasen, nach Essen, nach Schweiß, nach Meer, nach allem und widerum nichts - ich hoffe das ist anderes, wenn man auf dem Land ist.

Die ersten 3 Tage sind eher gemütlich verlaufen, wobei wir am 2. Tag mächtig mit dem Jetlack zu kämpfen hatten. Trotzdem sind wir mit Mathias mit nach Tokio gefahren, er um Souvenirs zu kaufen und wir um mal die Stadt zu sehen. Stellt euch einfach einen Asiamarkt von der Größe einer Riesenmetropole vor - Irre! und überall bunt und blinkendes licht und Japaner, die wie auf den Teleshoppingsendern vor Ihren Läden stehen und lautstark Propaganda betreiben.















Tja wir waren da ja nun auch nicht ganz alleine unterwegs und deshalb wuseln jede Menge Japaner um einen herum. Ein Glück, das ich in den Meisten Fällen mindestens einen kopf größer bin, als die vor mir laufenden, sodass ich "Luft" bekomme.
Bisher habe ich noch keine Rushhour erlebt, sodass sich die menschenmenge sicherlich deutlich noch erhöhen kann, aber es sind schon -wie die Dresner sagen - tüchtig viele :)

Das essen ist, wie vorher schon bekannt, sehr von Fisch und Reis in den unterschiedlichsten Varianten geprägt. Auch sehr viel roher Fisch. Die Preise dafür sind von günstig, bis äußerst abgehoben. Die Preise für Lebensmittel sind höher als in Deutschalnd, sodass ein großer teil meines Lohnes nur alleine für das Essen drauf geht... aber Gott sei Dank, es gibt Kartoffeln (auch wenn zu fünft oder sechst abgepackt.)... aber ab da war Japan für mich gerettet. :)