Dienstag, 27. Januar 2009

Ereignisse im Januar

Endlich gibt es wieder mal was zu lesen. Diesmal hatte die Verzögerung nicht an der fehlenden Schreiblust gelegen, sondern eher an den ereignislosen Wochenenden, worüber man nicht viel erzählen kann. Da es geregnet hatte und ich auch keine großartigen Ausflüge unternommen habe.

Es hat sich aber immer mal wieder etwas getan, sodass ich hier mal die einzelnen Ereignisse nennen möchte.


10. Januar

An diesem Tag bin ich mit Nora und Jan in die Tempelstadt Yanaka gefahren. Das ist ein Stadtteil im Norden von Tokyo und wurde im Reisefüher als kleine Idyle beschrieben, was es auch ist. Hier gibt es eine Gegend in der Tempel an Tempel ist und viel Buddismus praktiziert wird. Was wir nicht wussten ist das es alles Friedhöfe sind!
Jeder Temepl ist ein Friedhof und grenzt an den anderen Friedhof an, was dem ganzen einen seltsamen Eindruck vermittelt, wenn man wie bei Gartenzäunen zum Nachtbarn herüberschaut und auch nur Grabsteine sieht.

Wir waren auch in einer kleinen Kunstaustellung und haben uns dort die Ausstellungsgegenstände und Gemälde angeschaut, was nicht sonderlich erwähnenswert ist, jedoch war das Museum in einen alten traditionellen Gebäude und man konnte dieses somit auch einmal von Innen sehen.

Im Grunde genommen nimmt es sich nicht viel von unseren Fachwerkhäusern, bei denen auch das Gefache mit Lehm ausgekleidet wird und Holzdielen den Boden bilden. Besonders schön war das Fenster zu dem Hof. (der Hof war 1,0x1,8m groß aber mit einen Steingarten versehen. Das Fenster war Holzgerippe und Papierbezug, wobei man ein Blumenmuster, das in das Papier geprägt ist, milchig durchscheinen sah.


11. Januar

An diesem Abend sind wir Shabu-shabu essen gewesen. Shabu-shabu ist ähnlich wie Fondue. Andrei hatte für uns ein privaten Raum in einen sehr schönen Restaurante in Tsudanuma (3Bahnstationen entfernt) reserviert, sodass wir unter uns sein konnten. Auf den Kniehohen Tisch waren 2 Töpfe mit Wasser auf den eingelassenen Kochplatten gestellt, Induktionskochfläche versteht sich :) Wir bekamen Gemüse und Soßen und das was die Hauptsache beim Shabu-Shabu ist, in dünnen Scheiben geschnittenes rohes Fleisch, dass wir uns in der Brühe kochen und gemeinsam mit dem Gemüse schmecken lassen konnten.

Das besonders nette an diesem Restaurant war: All you can eat. (Essen soviel man kann)
Und das war alles nur Fleisch... Lecker!
Ich denke die Restaurantbesitzer fluchen immer schon, wenn Europäer dieses Menu bestellen und ordentlich reinhauen. *grins* Naja und bei gegarten Rindfleisch in Pinienkernsoße mit Sesamkörnern habe ich es mir reichlich schmecken lassen ;)


12.Januar

Das ist das Fest bei dem alle Japaner, die im letzten Jahr 20 geworden sind, ihre Volljährigkeit feiern. Das schöne daran ist, das dies in traditioneller Kleidung geschieht - was soviel heißt wie: Jede menge hünsche Japanerinen im Kimono. Naja und da haben wir uns nicht lumpen lassen und sind nach Shibuya gefahren um uns ein paar Mädels anzuschauen. Und wir haben einige gesehen. Leider waren aber auch viele Leute unterwegs, sodass ich nicht allzuviele Photos von den Mädels habe. Jungen haben wir nicht viele gesehen, da diese Anzüge tragen, und da hier die männliche Bevölkerung eh zumeist in Anzügen unterwegs ist, sind diese nicht sonderlich aufgefallen.


25. Januar

Moch-making-party.
Motchi wird im deutschen mit Reiskleie oder Reiskuchen übersetzt. Einfach nur fester Pamps trifft die Sache aber auch schon recht gut. Um Mochi herzustellen muss man erst speziellen Reis kochen (ja dieser Reis ist noch klebriger und noch geschmackloser als der normale Reis) und dann diesen mit Hämmern in hölzernen Kuhlen verdichten, damit ein durchgängiger Brei entsteht, den man dann mit den Händen in Stücke teilt. Anschließend kann man diese Mochi dann in Gewürzen rollen oder mit getrockneten Algenblättern oder was ich am wohschmeckensten Empfand mit süßen roten Bohnen essen.
Die Konsistenz des Motchis beim Essen kann man zwischen schwer mit den Zähnen zerteilbar, über klebrig zäh bis hin zu abgebundenen Tapetenkleister einstufen. Zu dem Geschmak gibt unsere deutsche Sprache nicht mehr her als fad, allenfalls interessant. :) Und weil das den Japaner auch so geht, wird das mit Gewürzen und anderen "Beilagen" serviert.
Da dieses Essen ein traditionelles Sylvester /Winter -Gericht ist, und die typischste Variante in getrockneten Algenblättern gegessen wird (wobei die Algenlätter den Feutigkeitsgehalt nicht gerade erhöhen) sterben jedes jahr viele ältere Leute an diesen Essen weil sie beim Schlucken daran ersticken.

So genug über die schlechten Eigenschaften dieses Gerichtes geredet (hat man nichts verpasst) so wollte ich noch kurz erwähnen wie wir dazu kamen. Ein Arbeitskollege von Gerald hat uns (Evegeni, Andrei, Gerald und mich) zu sich nach Hause eingeladen um die Mochiparty, die als Strassenfest bei ihm stadtfand, mit zu erleben.


Zudem wollen er und seine Frau uns mal kennenlernen und ich denke auch einmal ein wenig ihre Englischkenntnisse verwenden. :) Jedenfalls war es ein sehr netter Tag, denn von 11:30 bis 17 Uhr waren wir bei Herrn Serino und seiner Frau eingeladen und diese haben uns bekocht und uns irgendwie zwanghaft genötigt Alkohol (im speziellen Bier) zu trinken. Scheinbar gibt es hier in Japan ein gerücht, dass deutsche ausschlißelich Bier trinken. Nichtsdestotrotz waren sie sehr höflich und freundlich.

Das Haus ist am westlichen Rand von Tokyo gelegen und auf einen Hang mit schönen Blick auf einen park. Dort bewohnen sie eine Wohnung, die mit einer Treppe in eine 2. Etage mit einen Dachbalkon führt. In dem oberen Raum haben wir uns nach dem Strassenfest aufgehalten um zu quatschen zu trinken und vor allem Dart zu spielen.

Die Details im einzelnen sieht man am besten auf den kommentierten Photos hier.

Montag, 5. Januar 2009

BOSO-Ausflug

Diesen Sonntag habe ich endlich das schöne Winterwetter genutzt um den lange schon anvisierten Ausflug zur Westküste der Boso Halbinsel durchzuführen.
Zuerst ging es fast bis zum Süden zu Punkt B, nach Tateyama. Das ist eine Stadt die rund 120km entfernt von Punkt A (Funabahsi, wo ich wohne) ist. Hier habe ich mir das Tatayama Castle angeschaut. Wunderschöner Bau! So wie man sich ein japanisches kleine Schloss vorstellt. Auf einer Bergkuppe errichtet mit Blick auf das Umland und umgeben von Kirschbäumen die zur traditionellen Kirschblüte, Sakura, mit dem Schloss sicherlich ein grandioses Bild ergeben.
Schon alleine die Stadt ist sehr schön, da hier überall Palmen stehen und ein Sandstrand mit dunklen Sand sehr einladend war, wäre da nicht dieser furchtbar kalte Wind gewesen. (Furchtbar kalt ist hier ca 8/10°C, Plus versteht sich :P )
Anschließend ging es dann etappenweise Richtung Norden. Natürlich mit der Bahn, da ich hier kein Auto habe und wir es ja schon einmal mit dem Fahrrad probiert hatten und gescheitert sind. Die nächste Sation heißt Awakatsuyama (Punkt C). Hier ist auch eine Burg im japanischen Stil, die sich aber, nach einen wirklich sehr abenteuerlichen Weg (da geht vll. nur 1Person jede Woche hoch), als Aussichtspunkt entpuppt hat. Aussicht hatte man auf jeden Fall von hier oben!
Die nächste Station war eigentlich der Hauptgrund für die Reise. Eine Überdiemensionale Buddhastatue (33Meter) und viele kleine Buddha Statuen (rund 1000) die sich auf einen Berggelände erstrecken. Um dort hin zu gelangen hat man die Möglichkeit auf der flachen Seite des Berges (300m) hoch zu wandern oder mit dem Auto zu fahren oder auf der steilen Seite. Da die Japaner aber ungemein Lauffaul sind, haben sie eine Seilbahn gebaut.
Da mir aber die Worte meiner guten Freundin Julia in den Ohren lagen (an dieser Stelle schöne Grüße nach Südamerika :) ) "Es ist nicht das selbe, wenn du ein Berg selber erklommen hast und bei jedem Schritt gekeucht und geschwitzt hast oder wenn du mit dem Auto/Seilbahn wie zum Gipfel fährst. Du hast das gefühl das du dir diese Sicht erkämpft hast!" :)
Naja und da habe ich mich nicht lumpen lassen und bin die einsame Treppe gelaufen und die Sicht von dort oben ist phänomenal, auch wenn ich geschwitzt und gekeucht habe (300Höhenmeter in knapp 30min).
Am Berggipfel habe ich sogar ganz vergessen weshalb ich auf den Berg gestiegen bin, wenn nicht der Aussicht wegen. Die Buddha´s... am besten einfach mal die Bilder auf Picasaweb anschauen.
Der obere Buddha ist der Nihon-ji, ein Tempel zum beten, der Aus den Felsen gehauen und geformt wurde.
Der untere ist in Stein in den Felsen gahauen. Diesen empfand ich als wesentlich beeindruckender, da die Felsen in der Umgebunf alle rechtwinklig zuliefen und bearbeitet wurden, aber das über hunderte von Metern.
Der Abstieg wurde in der Hälfte der Zeit bewältigt, obwohl ich weiß, dass man keinen Berg hinunterjoggend sollte. Aber ich musste meine Bahn erwischen, weil die nur stündlich fahren und 500Yen für die Seilbahn war es mir nicht Wert, zudem lauf ich ja gerne :) Naja gerannt incl. Wadenkrämpfe, und dann vollkommen verschwitzt am Bahnhof angekommen und tatsächlich in der Minute fuhr auch schon ein Zug ein in den ich Hals über Kopf gesprungen bin.
Leider war das ein Sonderzug. Expresszuschlag von 500Yen war fällig! *lach* Der Herr gibt der Herr nimmt... naja jedenfalls habe ich es noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang zum Punkt E geschafft.

Eine 56m große Beton Frau oder wieder ein Buddha? Jedenfalls komplett von innen begehbar und als Aussichtspunkt gedacht. Das habe ich aber aufgrund der Dunkelheit und der vielen schönen Aussicht am Tag dann aber sein lassen.
Alle Photos vom Ausflug auf Picasaweb.

Silvester und die ersten Tage des Neuen Jahres

Silvester wird in Japan nicht sonderlich groß gefeiert. Es ist das Fest für die Familie. Am Vortag reinigt man die ganze Wohnung von oben bis unten und am Silvesterabend sitzt die Familie zusammen und isst traditionell Soba. Das sind Nudel in Soyasauce und man schenkt sich Kleinigkeiten, wobei in den meisten Fällen es Geld ist, das von den Großeltern und Eltern an die Kinder geschenkt wird. Zudem geht man zur Mitternächtlichen Stunde zum Schrein und betet für das Neue Jahr.
Wir (Evegeni mit seiner Freundin aus Deutschland Kowali, Andrei, Gerald, Yuriko und ich) hatten uns am Abend auch zusammen gesetzt und jeder hat etwas anderes gekocht und dann haben wir alles auf den tisch gestellt, und jeder konnte sich von jedem nehmen - und es war extrem viel Essen, sodass wir viel fuddern konnten :)
Gegen 11 Uhr sind wir dann in die Stammbar von Andrei und Gerald - Eurohaus. Hier haben wir dann auch 0 Uhr mit Tikyla angestoßen und uns ein frohes Neues jahr gewünscht.

Im Anschluss sind Yuriko und ich dann zu einem lokalem Schrein gegangen und dort eine gute Stunde angestanden und im Anschluss dann noch ein wenig über das Schreingelände geschlendert. Denn es gab viele Essensstände und Glückslose udn Horoskope... so wie ein guter Kirmes, aber Ohne Stimmung :D
Bei einem Stand haben wir uns dann noch eine Schokoladenbanane geholt und wenn man beim Schnik-Schnak-Schnuk gegen die Verkäuferin gewinnt, dann bekommt man eine zweite und Yuri hat gewonnen :)
Am nächsten Tag haben wir erst einmal schön ausgeschlafen und dann mit dem Essen vom Vortag und zusätzlichen gebruncht. Aber jeder war vom Vortag noch so kaputt das wir so den ganzen Tag eher dösend zugebracht haben.

Am 2. Januar sind Yuriko und ich, die anderen hatten kein Interesse, nach meguro gefahren udn dort haben wir uns japanische Neujahrstradtition angeschaut. Das war nichts weltbewegendes, aber das Hotel in dem das Stadtfand war wunderschön dekoriert und ganz modern klassisch eingerichtet. Dazu am besten mal die Photos auf picasaweb anschauen.
Schließlich sind wir dann noch nach Yokohama gefahren und sind in ein Asienkitchen Restaurant gegangen. Yurikos Schwester arbeitet dort als Studentenjob und sie hatte uns ein Tisch resaviert und wir haben lecker geschmaust :)
Alle Photos hier.

PS: Wenn man in der ersten Nacht des neuen Jahres von einem Adler oder Auberginen träumt, dann ist das ein sehr gutes Zeichen für das Jahr, so glauben zumindest die Einheimischen...
Ich halte das für ein Quatsch, denn überlegt mal wann ihr das letzte mal von Gemüse geträumt habt :D