Jetzt bin ich zwar schon 3 Wochen im Verzug, aber nachdem ich von vielen höre, dass sie meinen Blog regelmäßig lesen, wollte ich auch den Beitrag über Bonenkai und das Disneyland nicht vorenthalten. An dieser Stelle ein herzliches Dank nach Hannover, Karlsfeld, Berlin und Gräfentonna an die fleißigen Blogleser :)
An dem 3. Advent Wohenende war am Freitag Bonenkai. Das ist die End-of-the-year-party hier in Japan. Im Grunde genommen eine Weihnachtsfeier, die aber natürlich Aufgrund des fehlendens der christlichen Wurzeln nicht so genannt werden kann. Auf der Einladung stand beginn 18:00 Uhr und Ende 20:00 Uhr. Das wirkt auf den ersten Blick sehr befremdlich, dass ein Ende einer Feier nach 2 Stunden schon angegeben ist, aber das ist hier Kultur. (Auch auf Hochzeitseinladungen steht ein Ende der Feier drauf. o_O) Der Rahmen war sehr steif gehalten.
Zunächst wurde eine Rede vom Firmencheff gehalten, die, wie ich anfangs naiverweise annahm 5 nette Gruß-eröffnungsworte beinhaltet, die sich aber über eine halbe Stunde hinzog.
Es wurde über das Jahr ein Rückblick gegeben und die Mitarbeiter jeder Abteilung, die sich besonders eingebracht haben, erhielten Geschenke und die Möglichkeit ein paar Dankesworte zu sagen, die sich im Angesichts des leckeren Buffee´s endlos hinzogen... und plötzlich liefen alle zu den Bierdosen schenkten sich gegenseitig die Gläser voll und prosteten den Cheff zu. (Er hatte dazu höflich auf japanisch gebeten, doch da ich kein Wort verstanden hatte, wirkte das wie: "Wow, wir haben nur 2 Stunden Zeit, eine halbe Stunde ist schon mit Reden verschwendet wurde, auf zur Druckbetankung!"*lach* Anschließend ging der gemütliche Teit des Abends los.

Wir haben mit ein paar Kollegen gesprochen, die erstaunlicherweise sehr gutes Englisch konnten und eine angeheiterte Stimmung fing an richtig angenehm zu werden...

... bis plötzlich jemand sein Glas erhob und alles verstummte. Es war der Firmencheff der das zweite Mal für gute 20 Minuten die Chance ergriff eine Rede zu halten, die dann kurz nach 8 endete. Somit war der offizelle Teil des Abends gelaufen und alle verließen schlagartig den Raum.
Alle? Nein! Ein Junge blieb, denn das Buffee offerierte noch jede Menge Obst das hier jenseits von Gut und Böse auf der Preisliste liegt und nur darauf wartete gegessen zu werden. Also hat der Junge - ihr ahnt schon wer es war - genau ich! Als richtiger Ossi, habe mich nochmal über das Obst gestürzt (diesmal ohne Hashi (Ess-Stäbchen), weil das nur unnötig aufgehalten hätte) und mir danach noch einen japanischen Likör genehmigt, den ich während der letzten Rede erspäht hatte und noch nicht gekostet hatte. Ein Verteiler muss sein und rundete den Abend für mich ab :)
DisneylandAm nächsten Morgen habe ich mich früh mit Yuriko Im Disneyland-Tokyo getroffen um den Tag dort zuzubringen. Tokyo hat gleich 2 Disneylands. Disneyland und Disney-sea. Letzteres ist für die Älteren gedacht und hat mehr Achterbahnen und nicht so viel von Pinochio und Dumbo.
Glücklicherweise hatte Yuriko schon im vorraus Karten gekauft und uns somit ein Kartenkaufen incl 1 Stunde anstehen erspart. Sie war glücklich, dass sie noch Karten bekommen hatte, denn alle Karten im Vorverkauf waren ausverkauft gewesen, was auch bedeutete, dass halb Japan am Samstag bei schönsten Wetter nach Disneyland fährt. Und dem war auch so! Irre!!!

Aber der Park ist dafür ausgelegt, ist riesig und bietet jede Menge Möglichkeiten sich auszutoben. Die Kulissen sind herrlich schön! Zwar alles aus Plastik, aber das Italien sieht aus wie Italien, die arabische Welt sieht aus wie in der Wüste von Arabien und alte Englische Schlösser so, als wenn sie schon seit 800 Jahren in Tokyo stehen würden. Dazu auch noch passende Musik aus versteckten Lautsprechern, echte Pflanzen und das Personal trägt authentische Kleidung.

Das Einzige was nicht stimmt: Wenn man einen Araber, mit seinen kleinen Muck Hosen, den Schnabelschuhen, der Weste und dem typischen arabischen roten Hut sieht und dann doch zuletzt am geschminkten Gesicht merkt, dass ein Japaner in der Verkleidung steckt :)

Die Attraktionen haben die 2 Möglichkeiten zum betreten. Die Erste ist: man wartet und steht in einer Schlange (hier ist am Eingang ein Schild wieviele Minuten das Warten dauert) oder man geht zu einen Automaten und bekommt einen Fastpath-Zugang. Hiermit hat man ein Zeitfenster von einer Stunde inder man in 2/3 Stunden nach dem ziehen die Attraktion sehr schnell besuchen kann. Das heißt, wenn man 10:00 Uhr ein Ticket zieht und die Schlange sagt 70minuten warten, dann bekommt man ein Zeitfenster von 11:30 bis 12:30 zugewiesen. Hierbei benötigt man wirklich nur ca 10 Minuten warten und kann sofort die Attraktion nutzen. Wir sind also anfangs durch den Park gelaufen und haben Tickets gesammelt und diese dann Stück für Stück abgeabeitet.
Zwischendurch gab es auch ein paar Paraden mit Mickey und Donald, die zwar ein wenig kitschig sind aber dennoch sehr schön.

Im Laufe des Tages/Abends waren dann aber leider keine Fastpath Tickets mehr verfügbar, auf grund der Menschenmenge und wir haben noch 2 Attraktionen besucht mit "nur" 2Stunden warten. :)
Abends gab es dann noch schöne Paraden mit Licht und Feuer/Feuerwerkshow.

Zudem war das Disneyland weihnachtlich geschmückt und es kam auch Weihnachtstimmung auf. Denn es wurden Weihnachtslieder gespielt. Doch hingegen meinen Erwartungen wurden nicht nur amerikanische Weihnachtslieder gespielt, sondern vorwiegend deutsche und auch hier nicht "Ihr Kinderlein kommet" oder "Oh Tannenbaum", sondern "Macht hoch die Tür, die Tore macht Weit", "In Dulci jubilo", "Tausend Sterne sind ein Dom" und "Maria durch ein Dornwald ging". zwar nehme ich nicht an das die Japaner überhaupt irgend ein Lied davon kannten, aber mich hat es gefreut und in Weihnachtsliche Stimmung versetzt, da es dann auch um die 10°C abends war.

Die Fotos vom Disneyland sind
hier zu finden.