An dem 3. Advent Wohenende war am Freitag Bonenkai. Das ist die End-of-the-year-party hier in Japan. Im Grunde genommen eine Weihnachtsfeier, die aber natürlich Aufgrund des fehlendens der christlichen Wurzeln nicht so genannt werden kann. Auf der Einladung stand beginn 18:00 Uhr und Ende 20:00 Uhr. Das wirkt auf den ersten Blick sehr befremdlich, dass ein Ende einer Feier nach 2 Stunden schon angegeben ist, aber das ist hier Kultur. (Auch auf Hochzeitseinladungen steht ein Ende der Feier drauf. o_O) Der Rahmen war sehr steif gehalten.
Zunächst wurde eine Rede vom Firmencheff gehalten, die, wie ich anfangs naiverweise annahm 5 nette Gruß-eröffnungsworte beinhaltet, die sich aber über eine halbe Stunde hinzog.
Es wurde über das Jahr ein Rückblick gegeben und die Mitarbeiter jeder Abteilung, die sich besonders eingebracht haben, erhielten Geschenke und die Möglichkeit ein paar Dankesworte zu sagen, die sich im Angesichts des leckeren Buffee´s endlos hinzogen... und plötzlich liefen alle zu den Bierdosen schenkten sich gegenseitig die Gläser voll und prosteten den Cheff zu. (Er hatte dazu höflich auf japanisch gebeten, doch da ich kein Wort verstanden hatte, wirkte das wie: "Wow, wir haben nur 2 Stunden Zeit, eine halbe Stunde ist schon mit Reden verschwendet wurde, auf zur Druckbetankung!"*lach* Anschließend ging der gemütliche Teit des Abends los.
Wir haben mit ein paar Kollegen gesprochen, die erstaunlicherweise sehr gutes Englisch konnten und eine angeheiterte Stimmung fing an richtig angenehm zu werden...
Alle? Nein! Ein Junge blieb, denn das Buffee offerierte noch jede Menge Obst das hier jenseits von Gut und Böse auf der Preisliste liegt und nur darauf wartete gegessen zu werden. Also hat der Junge - ihr ahnt schon wer es war - genau ich! Als richtiger Ossi, habe mich nochmal über das Obst gestürzt (diesmal ohne Hashi (Ess-Stäbchen), weil das nur unnötig aufgehalten hätte) und mir danach noch einen japanischen Likör genehmigt, den ich während der letzten Rede erspäht hatte und noch nicht gekostet hatte. Ein Verteiler muss sein und rundete den Abend für mich ab :)
Disneyland
Am nächsten Morgen habe ich mich früh mit Yuriko Im Disneyland-Tokyo getroffen um den Tag dort zuzubringen. Tokyo hat gleich 2 Disneylands. Disneyland und Disney-sea. Letzteres ist für die Älteren gedacht und hat mehr Achterbahnen und nicht so viel von Pinochio und Dumbo.
Glücklicherweise hatte Yuriko schon im vorraus Karten gekauft und uns somit ein Kartenkaufen incl 1 Stunde anstehen erspart. Sie war glücklich, dass sie noch Karten bekommen hatte, denn alle Karten im Vorverkauf waren ausverkauft gewesen, was auch bedeutete, dass halb Japan am Samstag bei schönsten Wetter nach Disneyland fährt. Und dem war auch so! Irre!!!
Das Einzige was nicht stimmt: Wenn man einen Araber, mit seinen kleinen Muck Hosen, den Schnabelschuhen, der Weste und dem typischen arabischen roten Hut sieht und dann doch zuletzt am geschminkten Gesicht merkt, dass ein Japaner in der Verkleidung steckt :)Zwischendurch gab es auch ein paar Paraden mit Mickey und Donald, die zwar ein wenig kitschig sind aber dennoch sehr schön.
Abends gab es dann noch schöne Paraden mit Licht und Feuer/Feuerwerkshow.
Zudem war das Disneyland weihnachtlich geschmückt und es kam auch Weihnachtstimmung auf. Denn es wurden Weihnachtslieder gespielt. Doch hingegen meinen Erwartungen wurden nicht nur amerikanische Weihnachtslieder gespielt, sondern vorwiegend deutsche und auch hier nicht "Ihr Kinderlein kommet" oder "Oh Tannenbaum", sondern "Macht hoch die Tür, die Tore macht Weit", "In Dulci jubilo", "Tausend Sterne sind ein Dom" und "Maria durch ein Dornwald ging". zwar nehme ich nicht an das die Japaner überhaupt irgend ein Lied davon kannten, aber mich hat es gefreut und in Weihnachtsliche Stimmung versetzt, da es dann auch um die 10°C abends war.

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