Die Inselgruppe Okinawa zählen zu den südlichsten Inseln Japans und befinden sich circa 1000km Südlich von Tokyo. Ursprünglich ein Königreich der Ryukyu, Jahrhundertelange Einflüsse der Japanischen und Chinesischen Kultur und schließlich am Ende des 2.Weltkrieges Kriegsschauplatz. Trotz alledem eine schöne tropische Insel, die für die Japaner wie Hawaii der Amerikaner oder Mallorca der Deutschen ist.
Wir haben uns unsere Weihnachtsfeiertage auf der Hauptinsel auf Okinawa-Honto verbracht. Yuriko hatte über das Internet einen sehr günstigen Flug ergattern können und so waren wir vom 23.12 für 4 Tage und 3 Nächte in Naha, der Hauptstadt.
Unser Zimmer war südländisch lässig und lag mitten in zentraler Lage in Naha, unmittelbar an einer riesigen Marktstraße. Die Atmosphäre und die Menschen sind von einem ganz anderen Schlag als in Tokyo. Zwar reden sie japanisch, haben aber noch ihre eigene Landessprache, eine Art Dialekt, die Mentalität ist aber wesentlich sympathischer. Südländisch eben. :) Die Leute reden viel und gerne, keiner ist in Hektik und an jeder Ecke wird auf einem 3 Saitigem landestypischen Zupf und Schlag Instrument regionale Musik gespielt.Zudem gab es unheimlich viel zu kaufen, dass sich durchaus von den üblichen japanischen Kitsch unterscheidet.
Am 24.haben wir uns das Schloss Shurijo von Naha angeschaut. Es war ein unheimlich sonniger Tag und wir konnten endlich ein wenig von der Natur der Insel sehen. Das Schloss ist eine Rekonstruktion der im 2.Weltkrieges zerstörten Ryukou Königsresidenz. Das ganze Schlossgelände ist weiträumig mit Gartenanlagen und schön anzuschauen und verleitet zum schlendern. Zudem ist es auf der Anhöhe von Naha gebaut, wovon man auf die Stadt und das Meer schauen kann.
Da wirklich hervorragendes Wetter war, strahlender Sonnenschein, 23°C und keine Wolke am Himmel sind wir anschließend noch ein wenig an den nächstgelegenen Strand mit den Bus gefahren um dort uns ein wenig zu sonnen.
Da ja Heiligabend war, haben wir uns etwas Feines zum anziehen mitgenommen und sind in ein Hotelrestaurant mit feinem Buffee essen gewesen. Leider haben wir keine Kirche gefunden oder es gab keine, sodass wir nicht den Gottesdienst besuchen konnten.
Am Donnerstag haben wir uns den Süden der Insel vorgenommen. Hier fanden in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges entsetzliche Massenselbstmorde der japanischen zivil Bevölkerung und der Soldaten statt. Wir haben uns eine weitläufige Friedensgedenkstätte angeschaut mit Museum und Grabstätten. Das Wetter war auch erst regnerisch, dann hat es ein wenig aufgeklart, hat aber gedrückte Stimmung erzeugt und dafür gesorgt, dass die sonst dort mit Bussen ausgekippten Touristentouren ausblieben. Auf den Gedenkstätten gab es aber ein paar alte Damen die Blumen und Getränkeflaschen verkaufen, damit man beides! den verstorbenen ans Grab legen kann. Die Damen waren aber so gut mit den verkaufen, dass wir gleich bei der ersten 2 Sträuße gekauft haben, und uns anschließend geärgert haben das wir nicht nein sagen konnten. :P Nachdem wir aber auch bei einer 2. älteren Dame nicht ohne Blumenstrauß zu kaufen vorbeigekommen sind (diesmal nur einen, dafür aber zum selben Preis wie zuvor die 2) haben wir weitere Damen auf den Gedenkstätte gemieden… absolute Blumenmafia. :)
Anschließend sind wir zu einer Höhle gefahren, die spektakulärer im Reiseführer beschrieben wurde als sie letztendlich war. Dafür aber mitten Im Dschungel. Denn wenn es reale Natur irgendwo gibt, die nicht in Parks künstlich erzeugt oder durch Beton verdrängt wird, dann ist das undurchdringliches Gestrüpp. Eine Irre Vegetation die es aber auch nicht erlaubt abseits der Wege zu wandern, da das wirklich ohne Machete und gutes Schuhwerk nicht möglich ist.
Von der Friedensgedenkstätte zu der Höhle haben wir für 15 min mit einem Taxi knappe 2500Yen (knappe 20Euro bezahlt), war sonst nicht möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu gelangen. Er hatte uns danach angeboten uns auch zum Hotel zu fahren, das bestimmt mit dem Auto 45/60min entfernt war und das für verdächtige 3000Yen. Da wird ja im Prinzip jeder sehr aufmerksam, aber wir haben uns entschieden mit dem Taxi zu fahren und am Ende der Strecke dann zu bezahlen, der Taxifahrer hat die ganze Zeit Yuriko in ein Gespräch vertieft und ständig langsam gefahren um uns Blumen am Strassenrand zu zeigen die besonders schön blühen… konnte mich aber gar nicht darauf konzentrieren weil ich das Taximeter immer weiter steigen sah.
Wir hatten ihn aber vorher mehrmals gefragt ob wirklich nur 3000Yen) und dann tatsächlich, nachdem das Taximeter die 3000 überschritten hatte, hat er es ausgeschaltet! Anschließend uns noch einen schönen Strand gezeigt und was noch viel besser war am Straßenrand angehalten und uns Zuckerrohr abgeschnitten und zu essen gegeben. Das ist echt irre lecker. 4-5cm Durchmesser, sieht aus wie Bambus und wenn man die Schale abgeschnitten hat ist innen weicher kern, den man in Stiften abbrechen kann und dann drauf rumkauen kann. Der Zucker liegt fast in gelöster Form vor und ist wahnsinnig saftig, frisch und fruchtig süß!
Zum Schluss hat er uns doch nicht zum Hotel gefahren, sondern uns einen Fischmarkt empfohlen, bei dem wir in der unteren Etage den Fisch uns auswählen können und in der oberen Etage dann gleich frisch essen können. Da hier natürlich der Fisch so unheimlich Frisch ist, bietet es sich an Sushimi zu essen, das ist in Scheiben geschnittener Roher Fisch den man mit ein wenig Soya Soße isst. Dazu noch Riesengarnele und eine Art fritierten Hering. Als Abrundung eine Fischsuppe und eine Schale Reis. Insgesamt sehr lecker, doch ein wenig zu viel Fisch :P
Am Freitag wollten wir in den Norden der Insel, jedoch ist das Ohne Auto nicht ganz so einfach und der Überlandbus braucht auch ewig. Der Grund ist das die Strassen, bzw die Küstenstrasse so verstopft ist. Ich kann mir nicht vorstellen, das es Spaß macht in Japan Auto zu fahren, weil man im Prinzip sich nur in im Stop-and-Go vorwärts bewegt. Aber im Bus kann man natürlich die Landschaft genießen, was wir auch getan haben. Weil an den Busplänen nicht die Entfernungszeiten dran stehen, haben wir es nicht ganz zu unseren ursprünglichen Ziels geschafft.
Zuerst sind wir in nachkonstruiertes Ureinwohner Dorf gefahren, dass aber mir nicht ganz so gefallen hat, weil hier so brutal auf Touristennepp alles nachgebaut wurde und für dumme Amerikaner (die hier auf der Insel zu Hauf unterwegs sind) als „echtes Leben“ verkauft wird. Diese genießen das vollends als Film und Fotokulisse Anschließend sind wir an einen der vielen Strände gefahren, die hier an der Westküste immer wieder vorkommen.
Schließlich sind wir noch zu einer Steilklippe gefahren, die der Reiseführer zu recht als wunderschön angepriesen hat. Zwar hat es mich sehr an Irland erinnert, und Antonia und die Eltern wissen warum, trotz alledem war es wunderschön.
Schließlich sind wir wieder nach Naha gefahren um dort noch ein abschließendes Essen, landestypisch Soba (Nudelsuppe ) zu essen und im Anschluss noch ein wahnsinnig leckeren Nachtisch *breit grins* Japanisches Eis!
Alle Fotos wie gewohnt hier.
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